Ein Obstkorb

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“

So sagt es der Volksmund und so findet es auch schon Ausdruck in der Bibel.

In unserer Familie ist das seit Generationen ebenfalls so. Meine Ahnen mütterlicherseits waren Bauersleut‘; bei den Landwirts-Familien gab es immer genug zu Essen. Alles, was auf den Feldern und im Garten wuchs, wurde gegessen. Meistens waren die Speisen aber eher Fleisch-lastig. Nutzvieh gab es ja zahlreich in den Ställen und auf den Weiden.

Die Vorfahren meines Vaters lebten stets am Fluß. Er selbst wohnte mit seinen Eltern direkt an der Elb-Promenade und wann immer es ging, wurde geangelt. Früher waren die Gewässer sauber/unbelastet und der Fisch schmackhaft. Die verschiedenen Fischarten wurden nach vielfältigen Rezepten zubereitet.

Ich sage immer: „Ich bin mit Fisch in der Nuckelflasche aufgewachsen“. Und ich habe alles gegessen, was auf den Tisch kam. Nur den Puffer mit Sukkade und Rosinen habe ich verschmäht. Wenn ein Fest anstand, wurde immer sehr viel Wert auf eine reichliche Speisenauswahl gelegt; Gastfreundschaft war in allen Familienzweigen selbstverständlich. Das war immer so und ist bei uns auch heute noch so.

Im riesigen Garten meiner Ur-Großmutter gedieh das Gemüse prächtig. An den zahlreichen Obstbäumen und Beerensträuchern bogen sich die Zweige unter der Früchtelast. Erdbeeren und Rhabarber vereinten sich im Topf zu Roter Grütze. Und nach der Spargelsaison wurde das Kraut der beiden Spargelbeete zu meiner Spielhöhle. Wir ernteten alles, was das Herz und der Magen begehrte – naturbelassene Nahrung, ohne Chemie und ohne Zusatzstoffe aus der Lebensmittel-Industrie. Und am Wochenende kam der Sonntagsbraten auf den Tisch. Ein ganz besonderes Highlight, zu dem sich die ganze Familie versammelte. Schon früh habe ich das Kochen von meiner Mutter gelernt. Nur das Backen war nie so wirklich meine Welt.

„Eure Nahrungsmittel sollen Eure Heilmittel sein und
Eure Heilmittel sollen Eure Nahrungsmittel sein.“
(Hippokrates, griech. Arzt – etwa 360 – 377 v. Chr.)

Im Wandel der Zeit

Während unsere Alt-Vorderen noch fleißig Obst und Gemüse „einweckten“, Kraut fermentierten, Marmeladen kochten und vitaminreiche Natur-Säfte in Flaschen füllten, formte sich langsam eine gesellschaftliche Entwicklung hin zur „schnellen, unkomplizierten Küche“. Lebensmittel in Konservendosen gab es schon seit Anfang des 19. Jh.; die kannte jeder. Methoden des Pökelns und Räucherns sind noch älter. Die Geschichte der Lebensmittel-Lagerung und der „Verpackung“ begann bereits vor 12.000 Jahren in Form von Vorrats-/Transportgefäßen aus Ton, Lehm, Leder und anderen tierischen Produkten. Irgendwann kamen Verpackungen aus Glas, Papier, Pappe und Kunststoff hinzu. Holzfässer wurden schon im antiken Rom zum Wein-Transport eingesetzt. Und heute kennen wir alle das „Tetra Pack“.

Vor dem Hintergrund der gestiegenen ökonomischen und ökologischen Anforderungen treibt die Lebensmittel-Industrie die Entwicklung neuer Verpackungslösungen voran. Das Ziel sind Verpackungen, die alle notwendigen Funktionen erfüllen, sich immer rationeller einsetzen lassen und in den Stoffkreislauf rückführbar sind. Also z. B. keine Einweg-Flaschen und Plastik-Verpackungen mehr. Besser die Einkäufe im Stoffbeutel oder der Klappkiste nach Hause bringen. Im Trend liegen derweil Unverpackt-Läden, die ihr Sortiment lose anbieten. Dadurch wird Verpackungsmüll vermieden und man kann seine eigenen Behältnisse mitbringen.

Das Konzept der Bio-Kisten-Abos gib es ja schon länger. Jetzt werden auch „Retterboxen“ durch ein Landwirt*Innen-Netzwerk vermarktet, die Obst und Gemüse anbieten, das nicht „der Norm“ entspricht. Geschmackvolle Ernte-Reste, die vernichtet oder zur Energiegewinnung zweckentfremdet werden würden. Mancherorts macht das Netzwerk „Marktschwärmer“ auf sich aufmerksam. Und wer die Möglichkeit hat, sollte auf jeden Fall einen Wochenmarkt oder einen Hofladen besuchen. Dort gibt es immer die frischesten Gaben der Natur.

Mein Tipp:
Macht doch mal einen Ausflug in das Obstanbaugebiet
„Altes Land“ oder in den Gemüsegarten Hamburgs
„Die Vier- und Marschlande“.

Die Entwicklung in den Küchen unserer Zeit hat sich rasant verändert. Für einige Geräte braucht man fast schon ein „Technik-Diplom“, um die Bedienungsanweisungen zu verstehen. So manch eine moderne Errungenschaft macht das Leben aber auch um einiges leichter. Und für Köche*Innen, die nicht so versiert am Herd agieren, gibt es ja die alles-könnende Küchenmaschine mit Kochfunktion.

Bitte, keine Mikrowelle benutzen. Sie gehört mit zu den stärksten Produzenten von Radiowellen und strahlt ein starkes Magnetfeld weit in die Küche hinein. (Das Mobiltelefon und der WLAN-Router sorgen allerdings für noch mehr EMF-Belastung.) Alternativ bietet sich ein Kompakt-Konvektionsofen an, der das Essen genauso schnell erhitzt.

Küche und Seele

Kochgewohnheiten und Rezepturen haben sich den letzten Jahrzehnten ebenfalls sehr verändert. Convenience Food („bequemes Essen“) in unterschiedlichen Arten wurde irgendwann plötzlich zum Renner stilisiert. Praktisch und zeitsparend. Tiefgefroren, sterilisiert, pasteurisiert, getrocknet und vakuum-verpackt. Küchenfertig, garfertig, verzehrfertig.
Der „moderne Dschinni aus der Tüte“. Gesund oder nicht steht auf einem anderen Blatt.

Heute sind Clean-Eating, Peace-Food, Super-Foods und Smoothies angesagt. Inzwischen weiß man aber auch, daß überhöhter Fleischkonsum der Gesundheit und der Umwelt/dem Klima schadet. Zuviel Zucker, Salz, Milch und zu hoher Verzehr von Milchprodukten sind dem menschlichen Organismus ebenfalls nicht zuträglich (hierzu mehr in einem späteren Artikel).

Wir alle wissen um das Leid der Tiere in Massentierhaltungen. Aber leider ist die Sensibilität der Menschen, die sich immer noch haufenweise Fleisch einverleiben, sehr gering. Über die Grausamkeiten in den Tierfabriken und Großschlachthöfen sind die wenigsten Menschen aufgeklärt. Selbst ein Artikel im Grundgesetz sagt u. a aus, daß dem Tier keine vermeidbaren Schmerzen oder Leid zugefügt werden darf. Und trotzdem schauen die Damen und Herren im Landwirtschaftsministerium weg! Wie lange wird das noch so weitergehen?

Jesus sagte einst:
„Was du dem Geringsten deiner Brüder tust, hast du mir getan“.
Schon mal darüber nachgedacht, welche Auswirkungen das tierische Leid auch auf die Menschenseele hat? Daß die Angst und die Qualen der Tiere eine sehr reale Energie darstellt, die sich über den Fleischverzehr im Menschen manifestiert, was wiederum auch bei ihm zu Angst und Depressionen oder anderen Erkrankungen führen kann?

Oder ist Euch bewußt, daß Wälder gerodet werden, um ausreichend pflanzliche Nahrung auf übergroßen Monokultur-Ackerflächen anzubauen, damit immer mehr gequälte Nutztiere ihr Fressen bekommen, die möglichst große Erträge durch Fleisch, Milch und Eier gewährleisten? Hingegen weltweit täglich Zigtausende – und nicht nur in den Entwicklungsländern Südasiens und Subsahara-Afrikas – an den Folgen von Hunger und Mangel-/Unterernährung sterben.

Durch den Klimawandel hervorgerufene Naturkatastrophen und Unwetterextreme wie auch Kriege, Epidemien/Pandemien, Korruption und strukturelle Mißstände tragen natürlich ebenfalls dazu bei. Auf der anderen Seite weiß man, daß mit den global-produzierten Lebensmitteln 12 Milliarden Menschen versorgt werden könnten. Wie paßt das zusammen?

Ein ganz anderes heißes Thema ist darüber hinaus auch die tonnenweise Vernichtung von Lebensmitteln! In Berlin hat eine Privat-Initiative „Rettermärkte“ ins Leben gerufen. Sie bringen Lebensmittel, die sonst entsorgt würden, zurück in den Verkauf. Ein System, das bestimmt in Kürze überall Schule machen wird. Zumal die Themen Altersarmut und Kinderarmut ein erschreckendes Kapitel in unserer Wohlstandsgesellschaft darstellt (hierzu mehr in einem späteren Artikel). Nunmehr ein neues Motto unserer Bundesregierung: „Zu gut für die Tonne – Lebensmittel retten – Klima schützen“. Das ist doch jetzt mal eine lobenswerte Kampagne Frau Ministerin Klöckner.

Bis bald – Eure Annemarie

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